Zwei Löcher im Karst
Die Imotski-Seen sind keine Seen im üblichen Sinn. Es sind eingestürzte Höhlensysteme — der dinarische Karst in seiner spektakulärsten Form — entstanden, als vor mehreren Millionen Jahren die Decken riesiger unterirdischer Hallen nachgaben. An der Oberfläche bleibt ein Paar nahezu senkrechter Dolinen im Kalksteinplateau, deren Wasserstand sich nach dem Rhythmus des Gesteins richtet, nicht nach dem des Himmels.
Die beiden liegen nur etwa einen Kilometer voneinander entfernt am Westrand der Stadt Imotski und bilden heute den Kern des UNESCO Global Geopark Biokovo-Imotski-Seen, der das weitere Plateau zwischen Adria und herzegowinischer Grenze schützt. Sie sehen beide an einem einzigen Vormittag.
Ob sich dieser Vormittag lohnt, hängt ganz davon ab, wofür Sie nach Kroatien gekommen sind. Die Geologie belohnt einen Abstecher; ein quer durchs Land geht für sie nicht auf.
Auf einen Blick
Wo
Imotski, am östlichen Rand der Gespanschaft Split-Dalmatien, rund 100 km von Split und 15 km von der Grenze zu Bosnien-Herzegowina entfernt.
Anreise
Etwa 1 Stunde 10 Minuten mit dem Auto von Split über die A1; FlixBus und Globtour fahren mehrmals täglich vom Busbahnhof Split (rund 1 Stunde 45 Minuten, ca. 10–15 €).
Roter See (Crveno jezero)
241 m hohe Steilwände über dem Wasser und eine erforschte Gesamttiefe von rund 530 m — die weltweit tiefste Einsturzdoline mit See.
Blauer See (Modro jezero)
220 m Höhenunterschied von der Kante bis zum Grund, mit einem Fußweg hinab zum Wasser, wenn es die Bedingungen erlauben.
Beste Reisezeit
Ende April bis Anfang Juni, wenn der Blaue See gefüllt und der Randweg ohne Sommerhitze begehbar ist.
Kosten
Beide Seen sind kostenlos zu besichtigen; das Parken am Aussichtspunkt des Blauen Sees ist informell und gebührenfrei.



